Deutsche Rentenversicherung

Historie

Gründung der Klinik Norderney

Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Westfalen (heute: Deutschen Rentenversicherung Westfalen) beschloss im Jahr 1956 auf der Nordseeinsel Norderney ein Sanatorium für Versicherte mit nichttuberkulösen Erkrankungen der Atmungsorgane sowie mit Hauterkrankungen zu bauen. Auf Grund der ständig steigenden Zahl von Heilverfahren war es notwendig geworden, zur Behandlung dieser Krankheiten zusätzlich geeignete Möglichkeiten in einem eigenen Haus zu schaffen. Versicherte mit Erkrankungen der Atmungsorgane, mit Allergien oder Ekzemen sollten hier rehabilitiert und so der Eintritt von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vermieden werden. Die heilkräftige Wirkung der Nordsee und das günstige Inselklima waren die entscheidenden Faktoren dafür, dieses Sanatorium auf der Nordseeinsel Norderney zu bauen.

Anfang 1957 wurde vom Land Niedersachsen ein geeignetes Grundstück gekauft, das exponiert in der Sprühzone des Meeres liegt. Gleichzeitig wurde ein freier Architektenwettbewerb nach einem von der Bauabteilung der LVA Westfalen ausgearbeiteten Programm ausgeschrieben. Der Entwurf der Architektengemeinschaft Prenzel, Maier, Speidel und Kauer aus Stuttgart entsprach den geforderten Grundsätzen, sodass der Vorstand der LVA Westfalen in seiner Sitzung am 26.11.1957 beschloss, dem Architektenteam den Auftrag für den Neubau des Sanatoriums zu erteilen. Nachdem das Arbeits- und Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen das Bauvorhaben genehmigt hatte, konnte im Herbst 1958 mit dem Bau begonnen werden. Das Richtfest fand am 19.5.1960 statt. Nach einer Bauzeit von weniger als 2 Jahren wurde das Sanatorium fertig gestellt und am 13.7.1961 eröffnet. Das "Sanatorium Norderney" umfasste einen 5-geschossigen Bettentrakt, in dem auch die Verwaltung, Untersuchungs- und Behandlungsräume untergebracht waren, einen Gesellschaftstrakt mit Aufenthaltsräumen, Speisesaal und Küche, ein Personalwohnhaus sowie drei Wohnhäuser für Ärzte und Verwalter.

Sturmflut

In der Nacht vom 16.2. auf den 17.2.1962 wurde die Nordseeinsel Norderney von einer großen Sturmflut heimgesucht. Das "Sanatorium Norderney" wurde hierbei nicht wesentlich in Mitleidenschaft gezogen. Lediglich das Vorgelände wurde verwüstet, und Schäden an der Uferbefestigung mussten behoben werden.

Vom Sanatorium zur Kurklinik

Im Jahr 1974 wurde das Sanatorium in "Kurklinik Norderney" umbenannt, da nach den vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger herausgegebenen Richtlinien das Haus hinsichtlich der qualitativen Beurteilung als Kurklinik einzuordnen war. Nach dem Ausscheiden von Herrn Leitenden Medizinaldirektor Dr. Mevenkamp, der das damalige Sanatorium über 20 Jahre erfolgreich geleitet hatte, hat Professor Dr. med. Jürgen Fischer am 14.2.1983 die ärztliche Leitung der Klinik Norderney übernommen. Verwaltungsdirektor war vom 9.2.1981 bis 1.1.2007 Dieter Hoblitz. Axel Schulz wurde sein Nachfolger.

Kooperationsvertrag mit dem Staatsbad Norderney

Um das moderne Therapiezentrum der Klinik Norderney einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen, hat die Geschäftsführung am 21.03.1983 mit dem Niedersächsischen Staatsbad Norderney einen Kooperationsvertrag über eine Zusammenarbeit in dem neuen Therapiezentrum geschlossen. Wesentlicher Inhalt des Vertrags ist die Regelung, dass die LVA Westfalen (heute: Deutsche Rentenversicherung Westfalen) die für die Verabreichung der Kurmittel erforderlichen technischen Einrichtungen zur Verfügung stellt. Das Staatsbad Norderney kann als Betreiber des Therapiezentrums neben den Patienten der Klinik, den externen Besuchern und Kurgästen sowie den Inselbewohnern entsprechende Behandlungsangebote machen. Anwendungen und Therapien werden ausschließlich durch das Personal der Kurverwaltung verabreicht. Dieser Kooperationsvertrag führte zu einer weiteren Intensivierung der seit Jahren bestehenden guten Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung Norderney.

Modernisierung und Erweiterungsbau

Ende der 70er, Anfang der 80er-Jahre wurde deutlich, dass die Ausstattung und Größe der Klinik nicht mehr ausreichte, um zeitgemäße und moderne medizinische Rehabilitation durchführen zu können. Das galt besonders für die therapeutischen Einrichtungen. Ferner war es erforderlich, die mit 132 Betten ausgestattete Klinik zu modernisieren und zu erweitern, um sie noch wirtschaftlicher führen zu können. So entschlossen sich Vorstand und Geschäftsführung der LVA Westfalen im Jahr 1982, die Klinik mit einem Kostenaufwand von ca. 30 Mio. DM zu modernisieren und die Bettenkapazität auf 180 zu erweitern. Am 7.10.1985 wurde der Erweiterungsbau mit 54 Betten und einem neuen Therapiezentrum in Betrieb genommen. Das Therapiezentrum ermöglicht eine Therapie nach damals modernsten medizinischen Erkenntnissen. Im Oktober 1985 wurde mit den Modernisierungsarbeiten am Bettentrakt und am Gesellschaftstrakt sowie mit dem Ausbau des Speisesaals begonnen. Die Modernisierungsarbeiten wurden im Oktober 1986 abgeschlossen. Neben der Verbesserung des Unterbringungsstandards erhielt die Klinik mit den neuen diagnostischen und therapeutischen Einrichtungen die Chance, sich zu einer bundesweit anerkannten Schwerpunktklinik zu entwickeln. Eine Spezialisierung erfolgte vor allem auf dem Gebiet der allergisch bedingten Krankheiten.

Schlaflabor und Forschung

Die Klinik Norderney hat sich als erste Rehabilitationsklinik in Deutschland mit den Störungen der Atmungsregulation während des Nachtschlafes beschäftigt. Hierzu gehört das als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen anerkannte Schnarchen, besonders das so genannte Schlafapnoe-Syndrom, das den Menschen in seiner Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit stark einschränkt. Bei dieser Erkrankung kommt es viele hundert Male in der Nacht zu Atemstillständen, begleitet von lauten Schnarchgeräuschen. Die Versorgung der Organsysteme mit Sauerstoff ist unzureichend. Hieraus ergibt sich eine schwere Schlafstörung, durch die der Patient am Tage dazu neigt, spontan einzuschlafen. Dies bedeutet zwangsläufig eine hohe Unfallgefahr am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr. Als Folgeerkrankung können Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzinfarkt auftreten. Seit 1986 wird diese Erkrankung in dem ausgebauten Schlaflabor der Klinik diagnostiziert und behandelt. Im Jahr 1988 wurde an der Klinik ein Institut für Rehabilitationsforschung mit mehreren wissenschaftlichen Mitarbeitern eingerichtet. Direktor dieses Instituts ist der Chefarzt der Klinik Norderney.

Erweiterung der Klinik im Jahr 2004

Nach langjähriger Planung erfolgte eine Erweiterung der Klinik im Herbst 2001. Umbau und Modernisierung des Kernbaus schafften mehr Platz für Technik und moderne Behandlungskonzepte. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen im Frühjahr 2004 verfügt die Klinik weiterhin über 180 Betten in zeitgemäßen Einzelzimmern sowie im notwendigen Umfang über Unterbringungsmöglichkeiten auch für Begleitpersonen und gesunde Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Das neue Gebäude hat eine Hauptnutzfläche von 1.892 m².

Die Klinik heuteDie Klinik Norderney der Deutschen Rentenversicherung Westfalen ist eine modern ausgestattete Schwerpunktklinik, die der medizinischen Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Atmungsorgane und Allergien sowie Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates dient.

Zusatzinformationen

Anschrift

Klinik Norderney der Deutschen Rentenversicherung Westfalen

Kaiserstraße 26
26548 Nordseeheilbad Norderney
Tel. 04932 892-0 | Fax 04932 1890
klinik-norderney@t-online.de

Klinikfilm

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